Davos ist eine eigentümliche Bühne. Verschneite Berge, Sicherheits-Sperrzonen, kulissenhafte Aufbauten der Konzerne — und mittendrin Menschen aus allen Ländern der Welt, die irgendetwas an irgendwelchen digitalen Geräten arbeiten.
Seit 2015 dokumentiere ich das Weltwirtschaftsforum in Davos für Die ZEIT und Studio ZX. Mein Schwerpunkt sind Receptions, Side-Events und Partner-Veranstaltungen rund um das offizielle Hauptprogramm — der Bereich, in dem sich Wirtschaft, Politik, Medien und Kultur abseits der großen Bühne begegnen.
Was Davos für mich besonders macht, ist die Kuriosität der Situation. Eine permanente Anspannung liegt in der Luft — alle sind beschäftigt, nichts ist greifbar. Es wirkt spannungsgeladen, ohne dass viel passiert. Genau diese Beobachtung habe ich in meiner persönlichen Bildserie Davos Side Quest verarbeitet, die zwischen den Aufträgen entstanden ist.
Was viele unterschätzen: die Logistik. Mit dem Auto nach Davos macht keinen Sinn — der Verkehr ist ein Chaos, Sicherheits-Checks dauern, Wege ziehen sich endlos. Wenn man irgendwo hin will, braucht man Zeit. Wenn man irgendwo drin ist, hat man keinen Platz. Außerhalb der Lounges und der eingeladenen Bereiche kann man sich kaum hinsetzen, Steckdosen sind eine Seltenheit. Davos ist anstrengend.
Genau deshalb funktioniert die Arbeit dort nur mit klarer Vorbereitung, ruhigem Auftreten und der Bereitschaft, lange Tage durchzuhalten. Über elf Jahre hinweg ist daraus eine Routine geworden — und ein Vertrauensverhältnis mit den Kommunikationsteams der ZEIT, das Jahr für Jahr trägt.
Es ist die Kuriosität der Situation. Eine permanente Anspannung — und gleichzeitig die Frage: Was passiert hier eigentlich?
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