Eine ehrwürdige Theateratmosphäre. Ein dunkler, weitläufiger Raum. Prominente Gäste, hohe Anspannung — und ein Fotograf, der gleichzeitig diskret bleiben und die entscheidenden Momente einfangen muss.
Seit 2015 begleite ich die Verleihung des Marion-Dönhoff-Preises für Die ZEIT und ZEIT Veranstaltungen. Über elf Jahre hinweg dokumentiere ich Backstage, Preisverleihung, Laudatio und Empfang — eine wiederkehrende Aufgabe, die jedes Jahr aufs Neue hohe Konzentration erfordert.
Die größte Herausforderung ist die Gleichzeitigkeit der Ansprüche. Auf der einen Seite die Diskretion: leise sein, sich vorsichtig bewegen, niemanden stören — die Atmosphäre eines Theaters lässt keine Hektik zu. Auf der anderen Seite der Zeitplan: zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein, um die Preisverleihung im entscheidenden Moment zu fotografieren.
Und parallel dazu die Atmosphäre einfangen — was in einem Theater mit langen, verwinkelten Wegen alles andere als trivial ist. Fünf Stockwerke nach oben, einmal komplett außen herum, dann wieder zurück. Bei einem Auftrag dieser Größenordnung kommen über drei Stunden leicht zehn Kilometer Fußweg zusammen. Die Anspannung ist hoch, der physische Anspruch ebenfalls.
Was die Zusammenarbeit mit Die ZEIT über elf Jahre hinweg trägt, ist Vertrauen. Vertrauen darauf, dass die Bilder geliefert werden, die gebraucht werden — zum richtigen Zeitpunkt, in der richtigen Auswahl. Vertrauen darauf, dass die Diskretion bei prominenten Gästen gewahrt bleibt: Was kann man sich erlauben? Wie nah kann man heran? Wann wird ein Foto gewollt, wann nicht? Vertrauen schließlich auch darauf, dass das Haus mit all seinen verwinkelten Wegen vertraut ist — und dass schon während des Fotografierens erste Bilder für Social Media bereitstehen.
Über drei Stunden kommen leicht zehn Kilometer Fußweg zusammen. Die Anspannung ist hoch — und gleichzeitig muss alles still bleiben.
Bilder